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Digitalisierung im öffentlichen Sektor – an der Cloud führt kein Weg vorbei

2022
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Was sollten deutsche Behörden bei der Digitalisierung beachten?

Herausfordernde Jahre liegen hinter uns. Die Corona-Pandemie hat auf der ganzen Welt Menschen und Unternehmen weiterhin vor viele Veränderungen gestellt, eine davon ist sicherlich die zunehmende Digitalisierung als Konsequenz aus Home Office und „Social Distancing“. Mitarbeiter mussten von jetzt auf gleich lernen, ihren Job von zu Hause aus durchzuführen, in virtuellen Besprechungen und mit Video-Anrufen. Viele Kinder verbrachten Unmengen an Zeit zu Hause im „Home-Schooling“ und sahen ihre Lehrer und Klassenkameraden fast ausschließlich digital.

Es kann sich kein Unternehmen und kein Haushalt mehr den online zu verrichtenden Aufgaben entziehen, doch wie sieht es eigentlich bei unseren Behörden aus? Lief dort auch alles nur noch online? Und worauf sollten sie sich 2022 einstellen?

 

Alles läuft nur noch digital – nicht

Leider liegen die deutschen Behörden noch weit zurück beim Digitalisieren ihrer Prozesse – sogar um 40 Jahre, schätzen Digitalisierungsexperten. Bis Ende 2022 wollte die Bundesregierung 500 Verwaltungsleistungen digitalisieren, leider sind es nur 71 geworden, so das BDI. Die Digitalisierungswelle während der Corona-Pandemie, die die Wirtschaft voll erfasst hat, erreicht den öffentlichen Sektor deutlich langsamer. Trotzdem gibt es aber auch hier Fortschritte, insbesondere was die Akzeptanz und Nutzung von Cloud-Services betrifft:

„Die hohe Bedeutung der Digitalisierung ist mittlerweile überall angekommen. Dass Clouds gerade in Krisenzeiten die nötigen Reaktions- und Skalierungsmöglichkeiten geben, haben alle wahrgenommen. Die Stimmung hat sich daher auch von einer „no cloud“-Philosophie hin zu einer großen Offenheit gewandelt. Dabei will die Verwaltung aber dennoch keine Kompromisse bei Aspekten wie Datenschutz und Datensouveränität eingehen. Entsprechend befinden sich viele Behörden in einer Findungsphase und nur wenige haben bislang eine konkrete Cloud-Strategie definiert“, so Marc Reinhardt, Executive Vice President Public Sector des Beratungshauses Capgemini über die neusten Forschungsergebnisse des Capgemini Research Institutes.

Ein bislang noch weniger verbreitetes Beispiel, bei dem innerhalb kurzer Zeit attraktive Digitalisierungsangebote entstanden sind, ist das E-Schooling.

„Wir konnten während der Corona-Pandemie einen starken Anstieg bei der Nutzung von Online-Learning-Tools erkennen und freuen uns, dass wir vielen Schulen den Distanzunterricht in der schwierigen Zeit ermöglichen konnten, ohne fundierte Vorkenntnisse der Lehrer zur Verwendung unserer Plattform“, so Karl Weigl, CEO von Auctores.

Wir halten also fest: Es gibt bereits gute Pilotprojekte im öffentlichen Bereich, denen eine digitale Transformation gelungen ist. Jedoch gibt es noch viel Potenzial nach oben. Die Bundesregierung muss daher ihrer Vorbildfunktion nachkommen und die Digitalisierung ihrer Verwaltungsprozesse endlich strategisch umsetzten. Dabei spielen Datenschutz und Datensouveränität bei den verwendeten IT-Lösungen eine erhebliche Rolle, schließlich liegen hier die sensiblen Daten aller Bürgerinnen und Bürger. Die dazu ins Leben gerufene europäische Initiative Gaia-X war bereits ein guter Anfang. Die kommenden Monate – auch im Hinblick auf eine neue deutsche Regierung – werden zeigen, ob es Europa ernst ist, die eigenen Werte international zu schützen und neue Standards zu definieren.

 

Mehr Digitalisierung, mehr Cyberangriffe

Der IT-Branchenverband Bitkom berichtete im Jahr 2021, dass die Anzahl der Cyberangriffe drastisch zugenommen hat, neun von zehn Unternehmen (auch im öffentlichen Sektor) waren betroffen und ein jährlicher Schaden von 220 Milliarden Euro wurde verursacht. Hackerangriffe und das Abgreifen von Daten sind die moderne Art der Spionage, der Erpressung und des Diebstahls. Man kann sich gar nicht ausmalen, welche Konsequenzen dies für Unternehmen haben kann oder wie sich Betroffene fühlen, deren private Daten zur Gesundheit, zu Finanzmitteln oder zu den eigenen Kindern abgegriffen wurden.

„In den vergangenen Monaten haben wir festgestellt, dass öffentliche Behörden ebenso Ziel von Angriffen waren wie private Unternehmen. Krankenhäuser und Städte zum Beispiel wurden mit den gleichen Methoden und Schadprogrammen angegriffen wie der Privatsektor. Der Unterschied liegt lediglich in den Auswirkungen auf den öffentlichen Sektor und den Verlust von persönlichen Daten“, so Eléna Poincet, CEO des Cybersicherheitsunternehmens TEHTRIS.

Doch wie können sich Behörden und Unternehmen nun schützen? „Aufgrund der Geschwindigkeit und des Ausmaßes der Bedrohungen besteht der beste Schutz in der Erkennung und Neutralisierung von Angriffen in Echtzeit“, fügt Poincet hinzu. Klingt wie Science-Fiction, doch derartige Echtzeit-Security-Lösungen sind in der Praxis bereits ein voller Erfolg, da alle Eingriffe jederzeit automatisch vorgenommen werden und nicht noch manuell freigegeben werden müssen.

 

Modernisierung der vorhandenen IT-Lösungen

Manche Bereiche des öffentlichen Sektors nutzen bereits Cloud-Lösungen und haben teilweise ihre Prozesse digitalisiert. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass eine vor Jahren gewählte Lösung heute immer noch die richtige oder passende ist.

„Wir haben viele Kunden, deren Anforderungen sich insbesondere in Bezug auf Datensouveränität geändert haben, DSGVO-Konformität ist oft ein absolutes Muss. Daher ist es wichtig, die genauen Ansprüche an eine IT-Infrastruktur zu formulieren und dann in Anbieterkriterien zu übersetzen. Nur so findet man den passenden Provider“, so Matthias Farwick, CEO des auf Cloud-Transformation und Modernisierung spezialisierten Software-Unternehmens Txture.

Mithilfe von sogenannten Cloud-Modernisierungsplattformen ist es nicht mehr schwierig, den richtigen Anbieter zu finden, der in allen Bereichen die aktuellen Anforderungen erfüllt. In der Wirtschaft werden auf diese Weise Multi- und Hybrid-Cloud-Ansätze bereits seit langem erfolgreich eingesetzt. Deutsche Behörden sollten auch hier mehr Selbstkompetenz erlangen, sich professionelle Beratung an Bord holen und keine Angst davor haben, Veränderungen im Sinne einer Verbesserung anzustoßen.

 

Klimaschutz und Rechenzentren – kein Widerspruch

Ja, auch das Thema Nachhaltigkeit wird den öffentlichen Sektor im Zusammenhang mit der Digitalisierung erreichen. Die Nachhaltigkeit eines Cloud-Providers sollte daher ein wichtiges Kriterium beim Auswahlprozess sein. Zwar können wir durch Online-Tools umweltschädliche Reisen vermeiden, aber der Energieverbrauch von Rechenzentren, in denen all die digitalen Prozesse und Daten verarbeitet werden, ist immens. Laut einer Untersuchung des Borderstep Instituts betrug der Stromverbrauch aller deutschen Rechenzentren 2020 in Deutschland 16 Mrd. kWh, für das Jahr 2022 wurde mit einem prozentualen Anstieg von 25% gerechnet. Dieser Strom muss erst einmal zur Verfügung stehen, und zwar am besten von regionalen und nachhaltigen Anbietern. Aber egal woher der Strom kommt: optimal ist es, wenn das Rechenzentrum gar nicht erst viel Strom verbrauchen muss. Manche Anbieter verfügen über innovative Ansätze, die hohe Energieeinsparungen ermöglichen, zum Beispiel in der Kühltechnologie ihrer Server oder in der Bauweise ihres Rechenzentrums. Eine wichtige Kennzahl in diesem Bereich ist der sogenannte PUE  (Power Usage Effectiveness)-Indikator. Je näher sein Wert an 1 ist, desto besser ist die Energiebilanz des Rechenzentrums.

Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass in Sachen Digitalisierung noch ein großer Nachholbedarf im öffentlichen Sektor zu verzeichnen ist. Schlussendlich wird sich aber auch dieser Sektor zwangsläufig mit der Digitalisierung ernsthaft und strategisch befassen müssen, das hat die Corona-Pandemie gezeigt. Grundlage für die Digitalisierung behördlicher Prozesse bildet die Auswahl des richtigen Cloud-Anbieters. Dabei sind nur wenige, aber wichtige Eckpunkte wie Datenschutz, Datensouveränität und die Nachhaltigkeit eines Anbieters wichtige Auswahlkriterien, die neben einem attraktiven Preis-Leistungsverhältnis Beachtung finden sollten. Cloudlösungen sind eine gute Wahl, man muss sie nur nutzen!