Pressemitteilung

Neuer OVH Standort in Croix: eine „World-Class“-Fabrik für die Serverproduktion

2018
Pressemitteilung
Deutschland

corporate

2018 war für OVH ein ganz besonderes Jahr: Im nordfranzösischen Croix, nahe dem Hauptsitz in Roubaix, wurde ein neuer Standort für die Manufacturing- und Logistik-Teams eröffnet. Es ist ein absolutes Vorzeigeprojekt und belegt das Know-how, den Innovationsgeist und das Mindset der Gruppe, so Guillaume Hochart, der Leiter des Projekts. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist die Modernisierung der gesamten Produktionskette.

Wie kam es eigentlich zu der Idee eines neuen Standorts für die Teams Manufacturing und Logistik?

G. H. Wegen des rasanten Wachstums von OVH brauchten wir einen neuen Produktionsstandort hier in Europa, zusätzlich zu Beauharnois in Kanada und der geplanten Produktionslinie in den USA. Unsere Produktionskapazität wird dadurch von derzeit 120.000 auf 400.000 Server pro Jahr steigen. Wir wollten aber nicht einfach nur eine neue Produktionseinheit, sondern eine echte Weltklassefabrik auf Basis des Lean Management. Dabei handelt es sich um ein Prinzip, nach dem ich schon seit vielen Jahren arbeite und das sich auch in anspruchsvollen Bereichen bewährt hat, etwa der Atomindustrie. Ich habe 15 Jahre lang in der Industrie gearbeitet, in verschiedenen Bereichen von Armaturentechnik bis Kernenergie, und bin inzwischen ein echter Experte in Sachen Lean Management. Ich weiß, wie wertvoll das für Unternehmen sein kann. Ich war zwar kein Informatikspezialist, aber ich habe gleich gemerkt, dass die Denkweise von Octave Klaba und OVH zu mir passt. Hier ist alles ausgeklügelt, neue Ideen werden gefördert, das passt perfekt zum Lean-Prinzip. Damit kann man nämlich einerseits die Leistung des Unternehmens verbessern, besonders die Umsetzung der „Just-in-time“-Produktion, dabei aber gleichzeitig die Mitarbeiter in die Verbesserung und Gestaltung ihrer Arbeitsumgebungen einbeziehen. Das war also die Idee hinter diesem Projekt zum Standort Croix.

Was verstehen Sie eigentlich unter „World-Class-Fabrik“?

G. H. Der Standort in Roubaix war pragmatisch und leistungsstark. Er ist zusammen mit dem Unternehmen gewachsen, aber dabei ging es eigentlich immer nur um Effizienz. Jetzt müssen wir unsere Produktionskapazitäten erhöhen, aber gleichzeitig die neuesten Technologien und Methoden für die Produktion umsetzen. Bisher wurde zum Beispiel kein besonderer Fokus darauf gelegt, Sinn und Zweck unserer Wertschöpfungskette für die Kunden deutlich zu machen. Heute wollen wir ihnen aber zeigen, was wir alles machen können. Croix soll für unsere Partner und Kunden zu einem echten gläsernen Industriestandort werden. So möchten wir ihr Vertrauen in unsere Logistikkette und unsere Fertigungsorganisation gewinnen, damit sie sicher sein können, sich mit uns für den richtigen Partner zu entscheiden. Am Standort Croix werden wir jederzeit zeigen können, dass die Kontrolle sämtlicher Fertigungsprozesse einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil in Sachen Qualität, Kosten, Zeit und Flexibilität darstellt.

Wie können wir uns das alles konkret vorstellen?

G. H. Produktivitätsgewinn und eine größere Flexibilität müssen vor allem den Menschen zugute kommen. Indem man zum Beispiel den Boden mit Harz beschichtet, kann man Vibrationen vermeiden und so den Transport von Bauteilen durch Roboter ermöglichen. Das ist dann wiederum nützlich für unsere Mitarbeiter, die lästige Aufgaben abgeben und sich stattdessen auf Aufgaben mit höherem Mehrwert konzentrieren können. Gleichzeitig profitieren Sie von einem verbesserten Arbeitsumfeld. Und das ist doch auch, was das Unternehmen 4.0 ausmacht! Wir wollen tatsächlich, dass unsere Teams von Manufacturing und Logistik ihren Einfallsreichtum und ihre Kreativität voll einbringen können. Die Bereitstellung digitaler Daten, fortschrittlicher Robotik und Automatisierung gibt unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten in Sachen Proaktivität, schnelle Entscheidungsfindung und Echtzeitanpassung auszubauen. Das Management wurde visueller gestaltet, damit mögliche Anomalien auf einen Blick deutlich werden und die Mitarbeiter so schnell wie möglich entsprechende Maßnahmen ergreifen können.

Und an diesem Punkt spielt dann auch das Lean Management eine besondere Rolle?

G. H. Aus der Perspektive des Lean Management ist die Umgebung in all ihren Einzelheiten von Bedeutung. Dabei geht es vor allem um die Verkürzung der Lead Time, also die Kontrolle der laufenden Produktion, der Lagerbestände und der Ablaufgeschwindigkeit sämtlicher Prozesse. Wir haben auch an der präzisen Vorbereitung für die Produktionslinie gearbeitet, damit die verschiedenen Komponenten genau dann verfügbar sind und montiert werden können, wenn sie gebraucht werden, wie im Automobilsektor. Mit über einhundert möglichen Serverkonfigurationen müssen wir bei OVH ganz besonders agil und flexibel sein, um die Personalisierung der Maschinen sicherzustellen. Dies ist das Ziel des One-Piece-Flow-Konzepts, das wir ebenfalls umgesetzt haben. Wir brauchen maximale Effizienz – vom Eintreffen der Komponenten bis zur Fertigstellung des Produkts. Dank bedarfsorientierter Produktion können wir 95 % der Server in weniger als vier Tagen fertigen.

Wie wird der zur Verfügung stehende Raum organisiert?

G. H. Der neue Standort hat eine Fläche von 14.000 m2, da sollte es also möglich sein, die rund einhundert Mitarbeiter der Teams Manufacturing und Logistik sowie ihre Produktionseinheiten unterzubringen. Entsprechend den Prinzipien des Lean Management wollten wir den zur Verfügung stehenden Raum optimieren, um einerseits noch Kapazitäten für zukünftige Entwicklungen, aber auch Platz für ausgewählte Dienstleister zu haben. Wir von OVH haben uns nämlich dazu entschlossen, uns auf unser Kerngeschäft zu konzentrieren, die Integration von technischen und digitalen Elementen. Die Fertigung ausgewählter Komponenten für die Lasern, Schweißen und Metallbearbeitung erforderlich sind, überlassen wir vertrauenswürdigen Dienstleistern. Sie werden aber ebenfalls in unserem Gebäude untergebracht, um so die Lead Times zu verbessern und gleichzeitig die Flexibilität zwischen unseren Laboren und unseren Prototypen zu erhöhen.


Das Team Manufacturing
 

Es wird also auch Labore geben?

G. H. Innovation ist immer ein kontinuierlicher Prozess, und am Standort Croix wird es möglich sein, unsere Teams, Räume und Bedingungen perfekt abzustimmen, um unsere Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen und unsere Produktentwicklungsprozesse zu verbessern. Geplant sind fünf Labore: das Hardware-Labor wird sich mit der Leistung der Komponenten und der fertigen Server befassen; im Software-Labor geht es um die Überprüfung der Integration in das Computersystem und Software-Updates im gesamten Serverpark; das Klima-Labor untersucht den Betrieb von Servern bei extremen Temperaturen; im Mini-Rechenzentrum sollen die verschiedenen mechanischen, thermischen und strukturellen Lösungen getestet werden; und das Industrialisierungslabor ist schließlich für die Entwicklung neuer Produkte vorgesehen und soll auch partizipative Innovation ermöglichen.

Warum haben Sie sich gerade für Croix als Standort entschieden?

G. H. Dass wir uns für eine Stadt entschieden haben, die nur wenige Kilometer von unseren Rechenzentren in Roubaix entfernt ist, hat natürlich strategische Gründe und soll vor allem die Versorgung optimieren. Auch für die Angestellten ist es günstig, dass ihr Leben nicht total auf den Kopf gestellt wird. Der Standort ist nämlich gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Das kathedralenartige Industriegebäude war auch von der Bauweise her interessant für uns, sehr groß, mit hohen Decken, geraden Wänden und glatten Böden. Die Beleuchtung wurde erneuert, um eine optimale Arbeitsumgebung mit 500 Lux zu gewährleisten. Und zu guter Letzt entsprach dank der vorherigen Nutzung des Standortes auch die Energiekapazität unseren Vorstellungen.

Wann wird der Betrieb starten?

G. H. Der neue Standort soll sozusagen das OVH Hauptquartier im Bereich Industry werden. Er wird zwei Abteilungen umfassen, nämlich Logistik und Produktion. Ich möchte an dieser Stelle übrigens ganz besonders unseren Teams danken, die absolut offen für Veränderungen waren, die ihre Flexibilität unter Beweis gestellt und sich in jeder Hinsicht eingebracht haben, damit alles rechtzeitig fertig wurde. Eines möchte ich aber zum Schluss auch noch erwähnen: Der Umzug soll noch im September abgeschlossen werden. Bis dahin bleibt unsere Fabrik in Roubaix ganz normal in Betrieb, damit wir alle Bestellungen wie gewohnt bearbeiten können.