Pressemitteilung

Vom Blech zum betriebsbereiten Server

2018
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Deutschland

corporate

Gemeinsam mit meinen Teams bin ich für das Management der Infrastrukturen verantwortlich, auf denen die gesamte Geschäftstätigkeit von OVH basiert. Wir entwerfen und bauen die Rechenzentren, die Server und das Netzwerk. Über diese Serie von Blogbeiträgen möchte ich Sie mitnehmen in das „Herz der Matrix“, damit Sie besser verstehen, wie unser Modell eigentlich funktioniert. Zum Einstieg möchte ich Ihnen ganz einfach eine Geschichte erzählen − die Geschichte eines Jungen aus Nordfrankreich, der sich aufmachte, im Silicon Valley zu arbeiten, bevor er schließlich zu OVH kam. Ich bin vor rund einem Jahr zu OVH gestoßen, im Juli 2017, nach zwölf Jahren bei Google, davon fünf Jahre in der Zentrale im Silicon Valley, wo ich an der Entwicklung der Infrastrukturen des Weltmarktführers für Suchmaschinen mitgearbeitet habe. Meine Leidenschaft sind Glasfasernetze, Rechenzentren, Server, Energie – und zwar im industriellen Maßstab! Von Mountain View nach Roubaix Valley Vielleicht fragen Sie sich jetzt, was einen Global Infrastructure Director von Google dazu bewegt, zu OVH zu wechseln? Um ganz ehrlich zu sein, wenn man mir früher einmal gesagt hätte, dass ich eines Tages nach Nordfrankreich zurückkehren würde, hätte ich es nicht geglaubt. Ich stamme aus dieser Region. Ein „Techie“, der damals nach Kalifornien aufgebrochen ist, um seine Träume zu verwirklichen.

Und 2005 war ich schließlich bei Google angelangt. Parallel habe ich aber auch immer das Abenteuer von OVH und Octave verfolgt, über die vielen öffentlichen Informationen auf der Website und die OVH Tasks. Man könnte sagen, ich habe die richtigen Gene für OVH, ich bin „OVH kompatibel“. 2005 war ich bei Google an der Auswahl des optischen Equipments beteiligt und konnte über das Internet beobachten, wie Octave die gleichen Entscheidungen traf. Vom Silicon Valley aus sah ich zu, wie OVH immer größer und zu einem wichtigen Akteur im IT-Bereich wurde. Das Unternehmen verfolgte das erklärte Ziel, europäischer Marktführer im Cloud-Bereich zu werden. Und als sich die Gelegenheit bot, habe ich mir das Ganze aus der Nähe angeschaut. Maximale Integration Als ich dann den Sitz von OVH in Roubaix besichtigt habe, konnte ich mir selbst ein Bild vom Grad der Integration machen, von der Produktion der Server bis zu ihrer Anbindung in den Rechenzentren – und da erst habe ich wirklich erkannt, was OVH darstellte und was Octave bereits aufgebaut hatte.

Da gab es einfach alles, an ein und demselben Ort: Planung, Bau und Management der Rechenzentren, Servermontage in Frankreich und Kanada, Entwicklung und Betrieb eines eigenen Backbone-Netzwerks. Hier heißt das Ziel wirklich maximale Integration, das hatte ich so noch nie zuvor gesehen. Wir können auch unsere eigenen Racks bauen, aus Blechen, die wir vor Ort mit unserem Equipment zuschneiden. Dieser erste Besuch war für mich ausschlaggebend. Ich habe sofort erkannt, welche Vorteile sich hier für unsere Kunden bieten. Dass OVH seine eigenen Rechenzentren baut und betreibt, ist hinreichend bekannt. Dass wir aber auch noch unsere eigenen Server bauen und die gesamte Wertschöpfungskette vom Blech bis zum im Rechenzentrum verbauten Server abdecken, das ist weniger bekannt – und dabei ist genau das unsere Stärke!

Der erste Vorteil unseres Modells ist ganz offensichtlich die Reduzierung der Kosten von A bis Z. Weil wir alle Elemente der Wertschöpfungskette kontrollieren, können wir auch jegliches Equipment bis hin zu den kleinsten Komponenten gezielt auswählen und dabei durch Skaleneffekte eine Menge Geld einsparen. Aber diese vollständige Kontrolle sorgt vor allem auch für eine enorme Flexibilität. Wenn ein Kunde etwa möchte, dass sein Server leistungsstärker ist, mehr Arbeitsspeicher oder eine höhere Rechenleistung bietet, dann können solche Optimierungen in Echtzeit vorgenommen werden. Die Techniker in unseren Rechenzentren können nämlich unmittelbar an den Servern arbeiten. Wir müssen nicht erst darauf warten, dass ein anderer Dienstleister den Eingriff plant und ausführt. Und das ist einer der größten Unterschiede zu den meisten unserer Wettbewerber.

Wir können unvergleichlich schnell auf Kundenwünsche reagieren. Das gleiche Prinzip greift übrigens auch bei der Anpassung der Server. Kein anderer Anbieter hat ein so großes Spektrum an Servermodellen im Angebot – aus dem einfachen Grund, dass sie hier nicht so flexibel agieren können wie OVH. Dank dieser vertikalen Integration konnten wir auch einen extremen Automatisierungsgrad bei den Logistikprozessen zur Versorgung der Server mit Komponenten und der Bereitstellung von Services für die Kunden erreichen. Bei uns ist alles nach Maß aufeinander abgestimmt, Hard- und Software, sodass wir Maschinen in nur 120 Sekunden liefern können. Wir sind in der Lage, Innovationen auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette und bei jeder einzelnen Komponente effizient, schnell und intelligent umzusetzen. Zum Beispiel verwenden wir horizontale Racks, während die gesamte Konkurrenz auf vertikale Modelle setzt. Warum? Sie lassen sich mit den Motorfahrzeugen im Rechenzentrum wesentlich einfacher transportieren. Innovation wird bei OVH von allen Geschäftsbereichen und von der Organisation selbst vorangetrieben, durch Prozesse, bei denen jeder Mitarbeiter seine Ideen einbringen kann. Und wenn ein Verbesserungsvorschlag überzeugend ist, wird er auch sofort umgesetzt.

Bei uns ist es auch möglich, Ideen zu testen, selbst wenn sie ungewöhnlich erscheinen. So war zum Beispiel das Watercooling 2002 noch eine solche Idee. Und weil überall der Dialog zwischen den verschiedenen Bereichen gefördert wird, können wir letztendlich unwahrscheinlich effizient arbeiten. Industrialisierung im internationalen Maßstab Der zweite große Vorteil von OVH besteht darin, sein Modell auf sehr unterschiedlichen Märkten schnell replizieren zu können. Unser Deployment-Modell ist einzigartig. Zunächst einmal verfügen wir intern schon über alle notwendigen Kompetenzen und die Technologien wurden bereits getestet. Es ist also „ausreichend“, ein Gebäude in der Nähe eines OVH Netzanschlusses zu kaufen, es zu sanieren und in ein Rechenzentrum umzubauen. Die Server werden zunächst im Werk getestet und vorkonfiguriert.

Dann werden sie in Racks ausgeliefert – in den oben erwähnten horizontalen Racks – und sind sofort einsatzbereit. Sie müssen nur noch an das Stromnetz und natürlich an das Watercooling-System angeschlossen werden. Eine kleine Anekdote am Rande: Als ich bei OVH angefangen habe, dachte ich, dass meine Stellenbezeichnung doch eigentlich Chief Infrastructure Officer hätte sein müssen, wie es bei den meisten ähnlichen Unternehmen der Fall gewesen wäre (und nicht Chief Industrial Officer). Als ich dann aber OVH besser kennengelernt habe, ist mir klar geworden, wie entscheidend für das Unternehmen eben der industrielle Aspekt ist. Unser neues Rack-Modell verleiht uns eine einzigartige Flexibilität und sorgt zugleich dafür, dass unsere Rechenzentren nicht mit anderen zu vergleichen sind. Im Gegensatz zu vielen anderen Betreibern von Rechenzentren, die von Beginn an sehr große Gebäude einsetzen, kann OVH mit seinem Modell modular arbeiten und auch kleinere Rechenzentren in Betrieb nehmen.

So können wir neue Standorte testen und Planung und Entwicklung dem lokalen Markt anpassen. Aus finanzieller Perspektive bedeutet das, dass ein neues Rechenzentrum schon nach wenigen Monaten erste Umsätze generieren kann – das ist schon außerordentlich schnell. Für mich persönlich ist die Beteiligung an der gesamten Wertschöpfungskette in diesem Maßstab eine einmalige und extrem spannende Erfahrung. Und dass ein französisches Unternehmen in der Lage ist, all das von Roubaix aus zu schaffen – das war für ein Kind der physischen Infrastruktur wie mich einfach zu verlockend.

Christophe Thibaut, Jean-Baptiste Daoudal, François Sterin und Guillaume Hochart (von links nach rechts). Und wo bleibt dabei der Mensch? Es gibt hier auch einen gewissen Esprit, das berühmte OVH Mindset. Die Geschichte des Unternehmens ist eng verwoben mit der des lokalen Arbeitsmarktes, der von der Krise schwer getroffen wurde. Die Mitarbeiter hier sind so loyal, wie es anderswo nur selten zu sehen ist. Wir haben keine unbeständigen Gemüter wie etwa in Kalifornien, wo die Leute nur hingehen, um Karriere zu machen. Hier arbeiten wir an einem gemeinsamen Projekt, wir sind wie eine große Familie, alle sind freundlich und arbeiten eng zusammen. Und das gilt ganz besonders im industriellen Bereich. Die Mitarbeiter sind stolz auf ihre Arbeit und auf das, was das Unternehmen leistet; das belegt nicht zuletzt der Beschäftigungsgrad von 95 %. Es gibt hier auch keine echte förmliche Hierarchie, alle kommunizieren sehr direkt und wir arbeiten wie ein einziges Team. Die Solidarität zwischen den verschiedenen Abteilungen hat mich sehr beeindruckt. Um weiterhin von der Intelligenz zu profitieren, die wir in die Infrastruktur hineingesteckt haben, müssen wir aber einige Herausforderungen bewältigen, denn wir sind sehr schnell gewachsen: Wir müssen unsere Grundlagen festigen, die Produktionsumgebung verbessern und der Veralterung der Infrastruktur entgegenwirken. Für die Serverproduktion stehen wir schon an der Schwelle zur Fabrik 4.0. Noch im Sommer soll die Produktion von Roubaix nach Croix verlegt werden, in neue Räumlichkeiten, aber immer noch in der Metropolregion Lille. Wir nutzen die Gelegenheit, um unser Equipment auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, insbesondere in den Bereichen Lagerverwaltung und Arbeitsplätze. Was die Rechenzentren anbelangt, so haben wir nach den Vorfällen vom letzten Herbst einen umfassenden Aktionsplan aufgestellt.

Und seit dem Start von OVH US arbeiten wir an einem sinnvollen, strategischen Deployment-Plan für unsere weitere Entwicklung basierend auf „Wachstum on Demand“ und „Datacenter and Network as a Service“. Bei OVH möchte ich dazu beitragen, eine innovative und flexible IT-Plattform von Weltklasse zu entwickeln, die gleichzeitig wirtschaftlich und energetisch effizient ist. Dadurch können wir unsere Dienste für Kunden transparent betreiben und zugleich nahezu unsichtbar instand halten. In den nächsten Blogbeiträgen erfahren Sie mehr über die Serverproduktion, die Rechenzentren und unsere Innovationen.